(Folk/Country/Stringband/Bluegrass) 2011 Neanderthal - musikalisch und formal betrachtet hat der große Jimmie Dale Gilmore, eine echte texanische Institution und im wahrsten Sinn des Wortes Living Legend (Flatlanders!), in seiner Karriere weitaus modernere Platten herausgebracht als die zum Teil deutlich jüngeren Wronglers, die seit einigen Jahren eine feste Größe in der Bay Area von San Francisco sind und sich auf Oldtime Stringband Music der traditionellen Art konzentrieren. Beim dort jährlich stattfindenden Hardly Strictly Bluegrass Festival haben sie sich angefreundet, anlässlich des ersten Besuchs der Wronglers bei der SXSW 2010 in Austin wurde der Deal einer Zusammenarbeit perfekt gemacht: ein komplettes Album mit klassischer Wronglers-Musik (Songauswahl, Instrumentierung, Arrangements) und dazu dann diese typische, stets so herrlich näselnde Tenorstimme von Jimmie Dale Gilmore. Die Wronglers sind ein rein akustisches Sextett mit Gitarre, Mandoline, Twin Fiddles und Acoustic Bass unter Leitung von Banjopicker/Sänger Warren Hellman. Sie haben sich als Schüler von Jody Stecher gefunden, womit sich schon mal die deutlich konservativere Ausrichtung im Gegensatz z.B. zur Old Crow Medicine Show oder zu den Avett Brothers erklärt. 'Heirloom Music' ist nun eine genretypische Kopplung von 14 Stücken geworden, die einen zeitlich-stilistischen Rahmen von den 20ern (Stringband) über die 30/40er Jahre (Carter Family, Hank Williams) bis zur classic Bluegrass-Hochphase in den 40/50ern abdeckt. Da finden sich also Songs von Bill Monroe, Lester Flatt und den Delmore Brothers genauso wie von A.P. Carter, Doc Watson und Charlie Poole oder Traditionals - 'Deep Ellum Blues', 'Way Downtown', 'Foggy Mountain Top', 'In The Pines', 'Big Rock Candy Mountain' usw. Und Jimmie Dale Gilmore? Singt diese Lieder fast ehrfürchtig, scheint hörbar Gefallen daran zu haben, an seiner bislang weitesten Reise zurück zu den musikalischen Wurzeln!