Hank Shizzoe - Breather PDF Drucken E-Mail
Freitag, 05. Februar 2010

Blue Rose

Der schweizer Musiker, der den Künstlernamen Hank Shizzoe führt und in Wirklichkeit Thomas Erb heißt, hat sich in den vergangenen fast 20 Jahren von einem viel versprechenden lokalen Talent zu einem der spannendsten, stilistisch flexibelsten und mittlerweile renommiertesten Roots Rock-Musiker in ganz Europa entwickelt! Als exzellenter Gitarrist mit Ausnahmetechnik und innovativer Singer/Songwriter im zeitgenössischen Americana-Sektor ist der Name Hank Shizzoe weit über die Grenzen unseres Kontinents hinaus bekannt, die vermeintlich übermächtige "Konkurrenz" amerikanischer Spitzenkräfte braucht er schon lange nicht mehr zu fürchten. 'Breather' ist sein 9. Album im Roots-Genre seit 1994, etliche abweichende Projekte mit anderen sowie sein jüngster Ausflug in die Theaterwelt (Von Mäusen und Menschen - Of Mice and Men) nicht mitgerechnet. 'Breather' ist auf der einen Seite ein typisches Hank Shizzoe-Werk mit vielen vertrauten Zutaten geworden, wirkt zum anderen verblüffend abwechslungsreich, dynamisch und geradezu überbordend vor ungebremster Roots-Kreativität!

Nach einer langen Geschichte mit 6 hervorragenden Veröffentlichungen auf CrossCut Records, dem international anerkannten deutschen Blues Label, kam Hank Shizzoe vor drei Jahren zu Blue Rose, um noch stärker in die pralle Americana-Welt der Singer/Songwriter und Roots Rocker vorzudringen. Das im Herbst 2007 erschienene, äußerst erfolgreiche Blue Rose-Debütalbum 'Headlines' bot sich dafür regelrecht an, im April 2009 legte man mit dem umfangreichen 2 CD/1 DVD-Set 'Live In Motown' sogar noch nach! Auf beiden Platten firmierte der Schweizer zusammen mit seiner langjährigen Begleitcombo The Directors, für 'Breather' dagegen verwendete er nur auf einigen wenigen Tracks Akustikbassist Michel Poffet und /oder Drummer Christopher Beck, jene Directors-Rhythm Section. Ansonsten haben wir es hier rein formal betrachtet mit einem Solowerk zu tun, da Shizzoe gleich alle Instrumente selber spielt: akustische & elektrische Gitarren, diverse Slide & Lap Steel Guitars, Bass, Piano, Bouzouki, Banjo, Ukulele, Orgel, Harmonica, Schlagzeug und Percussion. Und er singt natürlich, mit dieser aus Tausenden herauszuhörenden Schotterpisten/Reibeisen-Stimme, die sich besonders für die talking-bluesigen, spukigen Singer/Songwriter-Nummern perfekt eignet, aber auch bei den anderen, zum Teil erstaunlich schnellen, stark (roots-) rockenden Stücken so wandlungsfähig und klangtechnisch so gut aufgenommen scheint wie nie zuvor!

Breather bietet eine beeindruckende Demonstration all seiner individuellen Stärken und ist handgemachte Americana/Rockmusik auf höchstem Niveau! 'Two Ways Of Running' heißt der von Banjo und Orgel ummantelte, auf einem Teppich aus diversen Percussion basierende, mit schneidender Lap Steel durchzogene Eröffnungssong, der langsam und swampig vor sich hin brodelt. Eine unerhörte Tempoverschärfung gibt's gleich darauf mit einer gnadenlos hastigen, rock-poppigen Schnellversion von Adriano Celentano's Hit 'Svalutation', die Shizzoe - klar! - in italienisch singt und mit einer enormen Slide-Attacke frei nach David Lindley zum gloriosen Finale trägt! Apropos David Lindley. Dessen 'When A Guy Gets Boobs', eine selbst-despektierliche, text-witzige Altersbetrachtung von 'Twango Bango III' ist hier Track #3 und gerät mit diesem unverschämt eingängigen Gitarrenriff und dem markanten Sprechgesang praktisch zu einem Mix aus 'Spirit In The Sky' und 'Choctaw Bingo' von James McMurtry. 'Shaker' kommt als atmosphärisch dichter, stetig sirrender Klangteppich mit verschiedenen Steel'n Slide'n Swamp Guitars, wunderschönen Harmony Vocals von Shirley Grimes und herrlich absurden Metaphern wie "I am the shaker, you're the tambourine... I am the race, you are the breather... I am the train, you are the station... I am the state, you are the nation...". Erst nach 7:05 ist diese eindringliche, fast psychedelische Wortreise zu Ende. Der 'Recession Blues' erinnert in seiner Dire Straits-Nähe an den Opener von Headlines, 'Are We There Yet?' und wo Hank Shizzoe früher danach mit einer ruhigen Ballade angetreten wäre, erfolgt nun mit 'Safe New World' gar eine weitere Rock-Beschleunigung, knapp und direkt vorwärtstreibende Rhythm Section und konsequente Blues Rock-Lead Guitar inklusive! Mehr kann man in 3:24 nicht hineinbekommen.

Das J.J.Cale/Dire Straits-mäßige 'Only In America' ist ein weiterer Beweis für die Songschreibkunst Hank Shizzoe's, bringt er hier mit wenigen treffsicheren Sätzen gesellschaftskritische Beobachtungen auf den Punkt. Auch jetzt wird eine schnelle Nummer von einer noch schnelleren abgelöst: 'I Still Want You' eilt im Höchsttempo knapp über die 2 ½-Minutenmarke und leistet sich am Ende sogar noch ein furioses Slide-Duell in Sonny Landreth-Manier! 'Split The Loot' ist lässig-coolster Country Twang & Steel, bevor der Schweizer ein nächstes Mal seine perfekte Mehrsprachigkeit präsentiert: anhand einer Roots-rockenden, Banjo-pluckernden, Slide-getriebenen Hammerversion von Jacques Dutronc's 1966er Superhit 'Et Moi, Et Moi, Et Moi'. Zum Abschluss einer in jeder Hinsicht überzeugenden Produktion hören wir das beschwingte 'One Cup Of Coffee And A Cigarette', einen wahren Rausschmeißer im Stil von Bob Dylan's 'Love And Theft', mit Texas Shuffle, Roots'n Roll Groove, Kirmes-Orgel und Dancehall-Atmosphäre.

 

 

Free template 'Colorfall' by [ Anch ] Gorsk.net Studio. Please, don't remove this hidden copyleft!