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Blue Rose Keine Frage: Die Band Of Heathens sind aktuell der mit Abstand aktivste Act auf dem Blue Rose Label! Gleich mehrfach sind sie in den letzten Monaten über den großen Teich gekommen, um sich in Europa vorzustellen. Die über die Maßen gut besuchten Auftritte reichen von Freisdorf bis Ottersum, von der Blue Rose Christmas Party bis zum Orange Blossom Festival in Beverungen oder - richtig international! - von London nach Amsterdam. Das nicht genug: Nur gut ein Jahr nach ihrem selbstbetitelten Studiodebüt auf Blue Rose legt die seit Lichtjahren beeindruckendste Band aus Austin, Texas bereits den Nachfolger vor. 'One Foot In The Ether' beweist nachhaltig, wie unendlich kreativ das Quintett drauf ist, und dass es noch lange kein Halten geben wird in ihrem Weg "nach oben"!
Zur Erinnerung: BOH fanden vor drei Jahren eher zufällig im Momo's Club in Austin zusammen - drei gestandene Singer, Songwriter und Gitarristen, die allesamt den Frontmann machen können, technisch anspruchsvolle Soli an akustischen, elektrischen und Slide Gitarren beherrschen: Ed Jurdi, Gordy Quist, Colin Brooks. Anchorman und Bassist Seth Whitney und der etwas später hinzugestoßene, nun nicht mehr wegzudenkende Austin-Spitzendrummer John Chipman komplettieren das Line-Up. Mit dem zweiten lokalen CD/DVD-Release 'Live At Antone's' wächst die allgemeine Aufmerksamkeit, zunächst in der Austin Community (die Band heimst Awards des Chronicles ein, wird zu Local Darlings), dann über die SXSW-Schiene bis nach Europa, wo Blue Rose nichts anbrennen lässt, um sie frühzeitig unter Vertrag zu nehmen. Bereits im Mai 2008 erscheint 'Band Of Heathens' und schlägt - unterstützt von heftigem Touring - ein wie eine Bombe.
Was bei 'One Foot In The Ether' sofort auffällt ist eine durchweg druckvolle musikalische Aussage mit zum Teil opulenteren Arrangements, zunehmend elektrischen Anteilen und einem wesentlich homogeneren Sound. Bis auf eine Coverversion von 'Look At Miss Ohio' (Gillian Welch/David Rawlings) haben die drei Kreativkräfte/Songschreiber diesmal alle weiteren 11 Tracks im Team komponiert: Jurdi, Brooks und Quist fügen dabei ihre typischen Autorenstile wie in einem Puzzle zusammen, sodass aus den vielen Teilen ganze Bilder entstehen. Bilder mit Rock'n Roll-Dynamik, Gospel-Flair, Soul-Farbe, R&B-Groove, Balladen-Power, Americana-Wissen. Und diese Einzelbilder wiederum werden mit einem geradezu traumhaft sicheren Gespür für die optimale Kopplung in Fluss gebracht - ein wahrer Strom aus Talent und Können, Leidenschaft und Hingabe, Anspruch und Ehrgeiz. Die Ambitionen sind offensichtlich, noch mehr als auf ihrem Debüt, wofür man songmäßig ja aus dem prallen Backkatalog der vergangenen Jahre schöpfen konnte, ein konsequent neues Werk zu schaffen, das die Erfolgsgeschichte fortschreiben soll und aus dem man für die nächsten 280 Live-Tage-pro-Jahr genügend potenten Stoff beziehen kann.
Vom Start weg besticht 'One Foot In The Ether' durch die mittlerweile verbrieften BOH-Qualitäten. 'L.A. County Blues' ist ein lässiger, dabei engagierter Shuffle Rocker im Stil der frühen Little Feat. Mehrere elektrische Gitarren, Slide, Orgel und die konsequent griffige Rhythm Section von Bassist Seth Whitney und Drummer John Chipman, sowie die sich durch das gesamte Album ziehenden mehrstimmigen Gesangssätze bestimmen das Szenario, die bildhafte Leftfield-Poesie im Geist eines Hunter S.Thompson setzt dabei früh höchste Maßstäbe an die weiteren Lyrics! 'Say' und 'Shine A Light' sind positive Vibes ausstrahlende Clap-along-Nummern mit sämigem Gospelgesang und herrlich altmodischen Analog-Keyboards (Lowry Organ, Wurlitzer Piano). Wechselnde Lead Vocals, ein Lowell George-Gedächtnis-Slide Solo, an New Orleans-style Marching Bands gemahnende Drums & Percussion - weitere Zutaten, die besonders 'Shine A Light' praktisch aus dem Stand zu einem künftigen Crowdpleaser prädestinieren! 'Golden Calf' ist ein in intelligente, aufwühlende Worte verpackter Protestsong gegen Ignoranz und Wegschauen, der mit seinen "maschinenhaften" Soundscapes, der sägenden Slide und verfremdeten Vocals an die Art von Ry Cooder-Filmusiken wie 'Blue Collar' und 'Blue City' erinnert. Zur Erholung folgt das von Colin Brooks' Mandoline vorangetriebene Semi-Akustik-Stück 'What's This World', wo sich im Verlauf noch eine schöne Slide-Passage reinwindet und die Rhythm Section Fahrt aufnimmt; da kommen BOH den Resentments schon sehr nahe! 'You're Gonna Miss Me' ist einer dieser charakteristischen Little Feat-meet-Subdudes-style Boogie Stomper: Dobro, Klavier, Electric Slide, Lap Steel, Gospelgesang, New Orleans-Rhythmik, Cowbell, Handclaps - nearly perfect!! Mit seinen 6:12 Minuten eignet sich 'Somebody Tell The Truth' auch formal als Beispiel für die Jam Rock-Quote der Band: Jeder der drei Frontmänner bekommt sein Solo, seinen Spot im Rampenlicht, kann sich mit den anderen duellieren, um im Triple Guitar Sound von feister Orgel unterminiert, von Bass und Drums angeschoben, einem fulminanten Finale entgegenzusteuern. 'Look At Miss Ohio' wird in der ruhigen Art von The Band zelebriert, leise schmatzende, sich in famose Soli steigernde Gitarren, eine weit ausholende Lap Steel, flächige Orgelmuster und rollende Klavieruntermalung sowie die vielleicht einfühlsamsten Vocals ever von Gordy Quist wirken noch lange im Kopf nach.
Co-produziert von BOH mit Mark Addison (Borrowers, Ian Moore, Will Sexton, Guy Forsyth), der auch schon ihr 2006er Live-Debüt 'Live From Momo's' abgemischt hatte. Ja, 2006... eigentlich gar nicht so lange her, aber was ist mit dieser Band seit jenen Anfangstagen alles passiert, welche gigantische Entwicklung haben sie genommen?!

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